
Lectio · Johannes 13
Einander die Füsse waschen
10 Min. · Stimme Lana · Joh 13,1-15
Jesus kniet vor seinen Freunden, und Petrus will das nicht zulassen. Für die Arbeit, die niemand sieht, und für die Hilfe, die man ungern annimmt.
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Setz dich hin. Lass deine Hände ruhen.
Schau sie einen Moment an, deine Hände. Denk daran, was sie heute schon getan haben.
Atme ruhig und lass sie still liegen.
Jesus, du kniest vor deinen Freunden. Ich bin hier.
Der Abend vor seinem Tod. Ein Mahl mit seinen Jüngern, und dann tut Jesus etwas, das sonst nur Sklaven tun. Vor dem Passahfest aber, da Jesus wohl wusste, dass für ihn die Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen, bewies er den Seinen, die in der Welt waren, die Liebe, die er bisher zu ihnen gehegt hatte, bis zum letzten Augenblick. Es war bei einem Mahl, und schon hatte der Teufel dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons, den Entschluss des Verrats eingegeben. Weil Jesus nun wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen sei und wieder zu Gott hingehe, erhob er sich beim Mahl von seinem Platz, legte die Oberkleidung ab, nahm einen linnenen Schurz und band ihn sich um. Danach goss er Wasser in das Waschbecken und begann seinen Jüngern die Füsse zu waschen und sie mit dem linnenen Schurz, den er sich umgebunden hatte, abzutrocknen. So kam er denn auch zu Simon Petrus. Dieser sagte zu ihm: «Herr, du willst mir die Füsse waschen?» Jesus antwortete ihm mit den Worten: «Was ich damit tue, verstehst du jetzt noch nicht, du wirst es aber nachher verstehen.» Petrus entgegnete ihm: «Nun und nimmer sollst du mir die Füsse waschen!» Jesus antwortete ihm: «Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keinen Anteil an mir.» Da sagte Simon Petrus zu ihm: «Herr, dann nicht nur meine Füsse, sondern auch die Hände und den Kopf!» Jesus antwortete ihm: «Wer gebadet ist, dem braucht nichts weiter gewaschen zu werden als die Füsse, sondern er ist am ganzen Körper rein; und ihr seid rein, jedoch nicht alle.» Er kannte nämlich seinen Verräter wohl; deshalb sagte er: «Ihr seid nicht alle rein.» Nachdem er ihnen nun die Füsse gewaschen und seine Oberkleidung wieder angelegt und seinen Platz am Tisch wieder eingenommen hatte, sagte er zu ihnen: «Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Ihr redet mich mit ‹Meister› und ‹Herr› an und habt recht mit dieser Benennung, denn ich bin es wirklich. Wenn nun ich, der Herr und der Meister, euch die Füsse gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füsse zu waschen; denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit ihr es ebenso machet, wie ich an euch getan habe.»
Noch einmal das Gespräch mit Petrus. Achte auf das Wort, das dich trifft.
So kam er denn auch zu Simon Petrus. Dieser sagte zu ihm: «Herr, du willst mir die Füsse waschen?» Jesus antwortete ihm mit den Worten: «Was ich damit tue, verstehst du jetzt noch nicht, du wirst es aber nachher verstehen.» Petrus entgegnete ihm: «Nun und nimmer sollst du mir die Füsse waschen!» Jesus antwortete ihm: «Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keinen Anteil an mir.» Da sagte Simon Petrus zu ihm: «Herr, dann nicht nur meine Füsse, sondern auch die Hände und den Kopf!»
Bleib bei deinem Wort.
Füsse waschen war eine niedrige Arbeit. Staubige Strassen, offene Sandalen. Man tat es, weil es nötig war, und niemand bedankte sich dafür. Solche Arbeit gibt es heute überall. Die Pflegefachfrau im Nachtdienst. Der Vater, der um zwei Uhr morgens zum zweiten Mal das Kinderbett frisch bezieht. Petrus wehrt sich. Von seinem Meister will er sich nicht bedienen lassen. Manchen fällt es schwerer, sich helfen zu lassen, als selbst zu helfen. Die Mutter, die nach der Operation keine Hilfe im Haushalt will. Der Freund, der die Einladung nur annimmt, wenn er das nächste Mal zahlen darf. Jesus lässt nicht locker. Er wäscht Petrus die Füsse. Und erst danach sagt er: Tut es einander.
Wo lässt du dir ungern helfen? Und wo wartet eine Arbeit, die keiner sieht?
Sprich mit ihm darüber. Über die Arbeit, die niemand würdigt, oder über das, was du dir nicht schenken lassen willst.
Stell dir vor, er kniet vor dir. Lass es zu.
Ein Vorsatz für heute. Übernimm eine Arbeit, die sonst ein anderer macht und die niemand gern tut, den Abfall hinaustragen oder die Kaffeemaschine im Büro entkalken. Und erzähl niemandem davon.
Herr, du hast uns ein Vorbild gegeben. Amen.