Mittag auf der Alp

Lectio · Matthäus 6

Seht die Lilien

9 Min. · Stimme Michael · Mt 6,25-34

Jesus schickt die Besorgten hinaus zu den Vögeln und Blumen. Für Tage, an denen die Zahlen im Kopf nicht stillstehen.

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Wenn es geht, öffne ein Fenster, oder setz dich so, dass du nach draussen siehst.

Atme die Luft, die gerade da ist.

Nimm wahr, was dich heute schon beschäftigt hat. Leg es für diese Minuten neben dich.

Vater, du weisst, was ich brauche.

Jesus spricht auf einem Hügel in Galiläa. Um ihn herum Felder, Vögel, Blumen. Er zeigt einfach darauf. «Deswegen sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben wertvoller als die Nahrung und der Leib wertvoller als die Kleidung? Sehet die Vögel des Himmels an: sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nichts in Scheuern, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch vermöchte aber mit all seinem Sorgen der Länge seiner Lebenszeit auch nur eine einzige Spanne zuzusetzen? Und was macht ihr euch Sorge um die Kleidung? Betrachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch: Auch Salomo in aller seiner Pracht ist nicht so herrlich gekleidet gewesen wie eine von ihnen. Wenn nun Gott schon das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet: wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: ‹Was sollen wir essen, was trinken, womit sollen wir uns kleiden?› Denn auf alles derartige sind die Heiden bedacht. Euer himmlischer Vater weiss ja, dass ihr dies alles bedürft. Nein, trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch all das andere obendrein gegeben werden. Macht euch also keine Sorgen um den morgenden Tag! Denn der morgende Tag wird seine eigenen Sorgen haben; jeder Tag hat an seiner eigenen Mühsal genug.»

Ich lese den zweiten Teil noch einmal. Achte auf das eine Wort, das dich anspricht.

Und was macht ihr euch Sorge um die Kleidung? Betrachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch: Auch Salomo in aller seiner Pracht ist nicht so herrlich gekleidet gewesen wie eine von ihnen. Wenn nun Gott schon das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet: wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: ‹Was sollen wir essen, was trinken, womit sollen wir uns kleiden?› Denn auf alles derartige sind die Heiden bedacht. Euer himmlischer Vater weiss ja, dass ihr dies alles bedürft. Nein, trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch all das andere obendrein gegeben werden. Macht euch also keine Sorgen um den morgenden Tag! Denn der morgende Tag wird seine eigenen Sorgen haben; jeder Tag hat an seiner eigenen Mühsal genug.

Bleib bei deinem Wort.

Die Sorgen, von denen Jesus spricht, sind handfest. Essen und Kleidung. Bei uns wären es die Krankenkassenprämie, die im Herbst wieder steigt, die Miete, die Nebenkostenabrechnung und die Frage, ob die Rente einmal reicht. Jesus verbietet das Planen nicht. Die Bauern um ihn herum säen ja auch. Er redet von dem Sorgen, das nachts im Kopf dieselben Zahlen dreht und dabei keinen Rappen und keine Minute dazugewinnt. Und dann schickt er die Leute hinaus. Seht die Vögel an. Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen. Er verlangt etwas sehr Einfaches: hinschauen, eine Weile lang.

Welche Sorge trägst du heute, die eigentlich erst morgen dran wäre?

Sag deinem Vater, was dich wegen Geld oder Zukunft beschäftigt. Ganz konkret, mit Zahlen, wenn es welche gibt.

Und dann lass ihn einen Moment für dich sorgen.

Ein Vorsatz für heute. Bleib unterwegs einmal eine Minute stehen und schau eine Pflanze oder einen Vogel an, so lange, bis dir etwas auffällt, das du vorher nicht gesehen hast.

Vater, du weisst, was ich brauche. Amen.