
Lectio · Matthäus 11
Kommt her zu mir
10 Min. · Stimme Lana · Mt 11,28-30
Drei Sätze für Menschen, die schwer tragen, langsam und mehrmals gelesen. Für eine Müdigkeit, die mit einer Nacht Schlaf nicht vorbei ist.
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Vielleicht bist du müde. Dann darfst du das jetzt sein.
Lass den Kopf ein wenig sinken. Spür die Schultern und den Kiefer. Wo du etwas festhältst, lass ein bisschen los.
Atme aus, als würdest du etwas Schweres abstellen.
Und noch einmal.
Wenn Gedanken kommen, lass sie da sein. Du musst ihnen jetzt nicht nachgehen.
Jesus, ich komme zu dir. Müde, wie ich bin.
Es sind nur drei Sätze. Jesus sagt sie zu Leuten, die schwer arbeiten und wenig Pausen kennen. Ich lese sie langsam. «Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: ich will euch Ruhe schaffen! Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig: so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.»
Noch einmal, noch langsamer. Welches Wort ist für dich heute?
«Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: ich will euch Ruhe schaffen!
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig: so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen;
denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.»
Bleib bei diesem Wort. Sag es mit deinem Atem, beim Einatmen und beim Ausatmen.
Es gibt Müdigkeit, die nach einer Nacht vorbei ist. Und es gibt die andere, die bleibt. Wer einen kranken Vater pflegt oder seit Monaten mehr arbeitet, als gut ist, kennt sie. Man funktioniert. Man bringt die Kinder in die Kita und ruft am Abend noch im Pflegeheim an. Und irgendwann merkt man, dass man schon lange nicht mehr richtig durchgeatmet hat.
Jesus verspricht Ruhe und spricht im selben Atemzug von einem Joch. Ein Joch ist ein Holz, unter dem zwei Tiere nebeneinander einen Wagen ziehen.
Die Last verschwindet in diesen Sätzen nicht. Er nennt sie leicht, und sich selbst nennt er sanftmütig. Wie es sich anfühlt, neben so jemandem zu gehen, merkt man erst unterwegs. Lernt von mir, sagt er. Auch er hat sich zurückgezogen, wenn es zu viel wurde, auf einen Berg oder in ein Boot. Die Leute mussten dann eben warten.
Was trägst du im Moment allein, obwohl es zu schwer ist?
Leg es ihm jetzt hin. Eines nach dem anderen. Du musst nichts erklären.
Und dann ruh dich einfach bei ihm aus.
Ein Vorsatz für heute. Mach eine echte Pause von zehn Minuten, ohne Bildschirm und ohne etwas nebenher. Sag ihm am Anfang nur: Ich bin müde, ich komme zu dir.
Hier noch einmal die drei Sätze. «Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: ich will euch Ruhe schaffen!
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig: so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen;
denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.»
Amen.