
Morgengebet · Mittwoch
Wer mir heute begegnet
6 Min. · Stimme Jil · Hebr 13,2
Die Gesichter des Tages vorausschauen und für einen Menschen beten, der dir heute schwerfallen wird.
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Guten Morgen. Wer ist heute der erste Mensch, den du siehst? Vielleicht liegt er noch neben dir und schläft. Oder es ist der Buschauffeur um zehn nach sieben.
Bevor die Begegnungen anfangen, nimm dir einen Moment für dich und für Gott. Setz dich so hin, dass du gut atmen kannst. Atme ein und zähl dabei langsam bis vier. Halte kurz inne. Und lass den Atem ausströmen, bis sechs.
Noch zweimal, in deinem eigenen Tempo.
Gott, heute werden mir Menschen über den Weg laufen. Manche stehen in meinem Kalender. Andere nicht.
Im Brief an die Hebräer steht ein seltsamer, schöner Satz. Vergesst die Gastfreundschaft nicht. Denn durch sie haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.
Ohne es zu wissen. Die Frau an der Kasse mit dem müden Blick. Der Mann im Tram, der zu laut telefoniert. Der Kollege, der im Videocall immer vergisst, das Mikrofon anzuschalten. Das Kind, das zum fünften Mal dieselbe Frage stellt.
Jeder von ihnen kommt mit seiner eigenen Geschichte in deinen Tag. Und manchmal steckt in so einer Begegnung etwas, das Gott dir sagen möchte.
Geh jetzt deinen Tag in Gedanken durch, von der ersten Stunde an. Wen wirst du treffen? Lass die Gesichter kommen, eins nach dem anderen.
Ist darunter jemand, vor dem du dich ein wenig fürchtest? Oder jemand, der dir auf die Nerven geht? Bleib bei diesem Menschen. Schau ihn an, so gut du kannst, mit den Augen Gottes.
Und jetzt bete für ihn. Kurz und einfach. Gott, sei heute gut zu ihm. Und gib mir die Geduld, die ich selbst nicht habe.
Jesus hat gesagt: Was ihr einem von diesen Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Er versteckt sich gern in den Menschen, die wir übersehen.
Dann gibt es noch die Begegnungen, die du nicht planen kannst. Die Nachbarin im Treppenhaus, die dich in ein Gespräch verwickelt, obwohl du spät dran bist. Der Anruf, der den Nachmittag durcheinanderbringt.
Herr, wenn mir heute jemand dazwischenkommt, lass mich kurz innehalten und dich fragen: Was willst du mir damit sagen?
Dein Vorsatz für heute: Schau einem Menschen, den du sonst schnell abfertigst, einen Moment länger in die Augen. Und sag seinen Namen, wenn du ihn kennst.
Maria, du hast dich auf den Weg gemacht zu deiner Verwandten Elisabet, über das Gebirge. Geh heute mit mir zu den Menschen. Und zeig mir deinen Sohn in ihnen.
Wir beten zusammen. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Gott segne dich heute. Und alle, denen du begegnest. Amen.