
Morgengebet · Sonntag
Früh am ersten Tag
6 Min. · Stimme Jil · Mk 16,2–4; Ps 118,24
Jeder Sonntag ist ein kleines Ostern. Mit den Frauen am Grab den Stein anschauen, der dich beschäftigt, und für eine Sache danken.
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Ganz früh am ersten Tag der Woche, als eben die Sonne aufgegangen war, machten sich ein paar Frauen auf den Weg zu einem Grab.
Guten Morgen. Es ist Sonntag. Seit jenem Morgen feiern Christen jeden Sonntag ein kleines Ostern. Mach es dir bequem. Vielleicht bist du schon auf dem Weg zum Gottesdienst, vielleicht liegst du noch im Bett. Atme mit, so wie es gerade geht. Atme tief ein. Stell dir vor, du öffnest ein Fenster, und die kühle Morgenluft kommt herein.
Und aus.
Die Frauen gingen zu diesem Grab mit einer ganz praktischen Sorge. Wer wird uns den Stein wegwälzen? Er war sehr gross. Sie gingen trotzdem. Und als sie ankamen, war der Stein schon weg.
Vielleicht trägst du auch so eine Frage mit dir herum. Wer wälzt mir diesen Stein weg? Etwas, das schon lange festsitzt. Eine Beziehung, die erstarrt ist. Oder ein Glaube, der sich müde anfühlt.
Halt diesen Stein Gott hin. Du musst ihn heute nicht selber bewegen. Es ist Sonntag, und am Sonntag rechnen wir mit ihm.
Im Psalm hundertachtzehn heisst es: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und fröhlich an ihm sein.
Wenn dir nach Jubeln nicht zumute ist, fang kleiner an. Schau, was dieser Sonntag dir schenkt. Ausschlafen. Ein Frühstück, das länger dauert. Eine Glocke, die irgendwo im Dorf läutet. Ein Mensch, mit dem du den Tag verbringen darfst.
Sag Gott danke. Für eine Sache, ganz konkret.
Wenn du heute in den Gottesdienst gehst, nimm diese eine Sache mit. Leg sie in Gedanken auf den Altar, zu Brot und Wein.
Die letzte Woche liegt hinter dir, mit allem, was gelungen ist, und mit allem, was schiefging. Leg sie heute in seine Hand. Und nimm die neue Woche aus seiner Hand an, wenn sie kommt.
Herr, du bist auferstanden. Geh mir in diesen Tag voraus. Und lass mich dich heute irgendwo erkennen, vielleicht dort, wo ich es am wenigsten erwarte.
Vielleicht fehlt heute jemand an deinem Tisch. Weil er gestorben ist, oder weil ihr seit langem nicht mehr miteinander redet. Dann nenn Gott jetzt seinen Namen.
Dein Vorsatz für diesen Sonntag: Tu heute etwas, das dir Freude macht, ohne dass es nützlich sein muss. Und sag Gott dabei, dass du dich freust.
Wir beten zusammen. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Der auferstandene Herr gehe dir voraus in diese Woche. Friede sei mit dir. Amen.