
Vertrauen lernen · Tag 5
Die Vögel und die Lilien
6 Min. · Stimme Lana · Mt 6,26-28
Tag fünf: Loslassen. Jesus zeigt auf die Vögel und die Lilien, und darauf, dass wir nicht alles festhalten müssen.
Vertrauen lernen
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Tag fünf. Heute geht es ums Loslassen. Mach zuerst eine Faust mit beiden Händen. Halt sie fest, ein paar Sekunden lang.
Und jetzt öffne die Hände langsam, und leg sie offen auf die Knie.
Atme ein. Und aus.
Gott, hier sind meine Hände. Offen, so gut es heute geht.
Wir halten vieles fest. Menschen, Pläne, das Bild, das andere von uns haben. Die Kontrolle über den Tag. Das meiste davon halten wir fest, weil wir Angst haben, dass sonst etwas auseinanderfällt. Jesus sitzt mit seinen Zuhörern draussen auf einem Hügel. Und er zeigt auf das, was um sie herum ist. Er sagt: «Sehet die Vögel des Himmels an: sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nichts in Scheuern, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr wert als sie?»
Und etwas später: «Betrachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.»
Jesus sagt das zu Leuten, die kaum etwas auf der Seite hatten. Viele von ihnen wussten am Morgen nicht, ob es am Abend Brot gibt. Jesus war kein Träumer. Er wusste, dass Menschen arbeiten müssen. Was er seinen Zuhörern ausreden will, ist die Sorge, die alles festhalten will. Loslassen kann heissen, etwas jemandem anzuvertrauen, der es besser halten kann als ich. Manchmal ist das ein Kind, das in die Welt hinausgeht. Manchmal nur die Frage, was die anderen über mich denken.
Hör den Satz noch einmal, ganz langsam. Euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr wert als sie?
Jetzt kommt eine Minute Stille. Denk an etwas, das du gerade sehr fest in der Hand hältst. Du spürst es vielleicht schon. Und frag Gott: Darf ich dir das geben?
Vielleicht geht es heute nur ein kleines Stück. Das ist in Ordnung. Loslassen geht selten auf einmal.
Lass uns beten. Vater im Himmel, du ernährst die Vögel und kleidest die Blumen auf dem Feld. Du weisst, was ich brauche, bevor ich dich darum bitte. Ich öffne dir meine Hände. Nimm, was ich zu fest halte. Den Menschen, um den ich mich sorge, und den Plan, der mir so wichtig ist. Halte du es, wenn ich es nicht mehr kann. Amen.
Wenn du magst, sprich jetzt noch in deinen eigenen Worten mit Gott.
Ein kleiner Vorsatz für heute. Geh heute ein paar Minuten nach draussen und schau dir etwas an, das wächst oder fliegt. Und sag Gott dabei, was du ihm überlassen willst. Morgen geht es um kindliches Vertrauen.